Renault ehrt beste Händler Deutschlands

Händler für hervorragende Leistungen ausgezeichnet Renault ehrt 50 beste Händler im „Club de l’Élite 2013“

Für ihre sehr gute unternehmerische Leistung und ein exzellentes Qualitätsniveau hat die Renault Deutschland AG in Kooperation mit der Renault Bank bundesweit die 50 besten Händler der Marke gewürdigt. Die Preisverleihung zum sechsten „Club de l’Élite“ seit 2009 fand im Rahmen einer Abendveranstaltung in Mailand statt. Die teilnehmenden Renault Händler konnten in insgesamt drei Haupt- und neun Unterkategorien Punkte sammeln. Bewertet wurden die Qualität im Kundendienst und Verkaufsprozess, die Professionalisierung im Privat- und Gewerbekundenbereich und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Renault Bank. Weiterlesen

Zweimal Bestnote für Renault Neuheiten

RENAULT TALISMAN UND MÉGANE ERZIELEN FÜNF STERNE IM EURO NCAP-CRASHTEST

Der Renault Talisman und der neue Renault Mégane haben als 18. und 19. Modell der Marke die Bestnote von fünf Sternen beim unabhängigen Euro NCAP-Crashtest erzielt. Die elegante Coupé-Limousine und die vierte Generation des KompaktklassenBestsellers erhielten Topnoten beim Erwachsenenschutz, der Kinder- und Fußgängersicherheit sowie bei der Ausstattung mit Fahrassistenzsystemen. Damit untermauert der französische Hersteller seine Spitzenposition bei der automobilen Sicherheit. Weiterlesen

Fahrbericht Opel Karl: Klein – na und?

Mitte des Jahres wollte die Diskussion um die beiden Junioren Adam und Karl nicht verstummen. Was hat Opel geritten, gleich zwei Kleinwagen in die Familie aufzunehmen? Die werden sich doch um das um dasselbe Stück des Kuchens streiten und am Ende beide nicht satt werden. Aber die haben doch völlig unterschiedliche Charaktere, wurde dagegengehalten. Die tun sich nicht gegenseitig weh. Den Adam als den älteren der beiden kennen wir. Nun hatten wir ausgiebig die Gelegenheit, den kleinen Karl im Alltag zu testen. Dabei zeigte der jüngere Karl sein wahres Gesicht als bodenständiger Typ, der so gar nicht in die Glamour-Welt des älteren Bruders passt.

Während der weltgewandte, fixe Adam Wert darauf legt, dass sein Name englisch ausgesprochen wird – Ädem – wird, besteht der jüngere Bruder auf seinem kernig-deutschen Namen Karl, nicht Charles oder Charly. Karl steht für deutsche Tugenden: ehrlich, nicht aufgesetzt, funktional und flexible, nicht nur hübsch, mehr sein als scheinen, grundehrlich eben, Leben statt Lifestyle. Da ist erfolgreiche friedliche Koexistenz möglich – zu beider Nutzen.

Von außen zeigt er Van-Optik mit kurzer Schnauze und einigem Überhang vorn, flach stehender Windschutzscheibe, hohem Dach und kaum Überhang und Steilheck hinten. Der Trapez-Grill von Opelmit dem zentralen Blitz auf der Chromspange und die anschließenden großen Lichteinheiten geben ihm ein freundliches Gesicht. An der Seite zeigt die von vorn nach hinten ansteigende Sicke in Form einer Sichel die Familienzugehörigkeit und beim Heck bringen kräftige Querlinien und Sicken die Breite, die man heute so gern zeigt.

Trotz seiner Kleinwagen-Maße von 3,69 Meter Länge und 1,60 Meter Breite hat Karl seinem Bruder zwei Türen voraus. Damit haben auch die Hinterbänkler eine Chance, auf engen Innenstadt-Parkplätzen bequem einsteigen zu können. Überhaupt weisen beim Karl der Wendekreis von 9,5 Metern und der City-Modus, der das Lenken bei niedrigen Geschwindigkeiten erleichtert, auf das städtische Verkehrsbiotop als Lebensraum für den Opel Karl hin. Die 15,5 Sekunden, die er für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h braucht, fallen in der Stadt nicht auf. Und seine Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h wird Karl höchst selten erleben. Er gefällt lieber in der Stadt mit einer komfortabel-straffen Federung und niedrigen Fahrgeräuschen. Zumal auch bei Nutzung aller vier Sitzplätze der Kofferraum mit seinen 195 Litern Platz für den Einkauf lässt. Für die Urlaubsreise zu viert ist er sicher nicht gedacht, aber er bietet zahlreiche Ablagen auch für die Getränkeversorgung auf dem Ausflug.

Angetrieben wurde unser Testfahrzeug von einem Drei-Zylinder-Benziner mit einer Leistung von 55 kW / 75 PS in Verbindung mit einer Fünf-Gang-Schaltung. Das ist das einzige Aggregat, das Opel für seinen Karl im Angebot hat. Obwohl Opel bei diesem Motor auf Ausgleichswellen verzichtete, arbeiten die drei Zylinder zwar knurrig wie alle Dreizylinder, aber erstaunlich schwingungsarm. So hinterlässt der Motor keineswegs den Eindruck, wegen der Kosten abgespeckt zu sein. Sparsam – nicht geizig – ist er auch noch. In der Praxis nahm er sich knapp sechs Liter aus dem Tank. Dabei half auch das Stopp-Start-System, in der Nähe des Normverbrauchs von durchschnittlich 4,5 Litern auf 100 km zu bleiben.

Für das angenehme Ambiente im Fahrzeug sorgen zudem die durchgehenden, fließenden Linien und die sanft gebogenen Flächen. Auch die Materialwahl (Hartplastik) stört nicht. In dieser Preisklasse rechnet noch niemand mit hinterschäumten Kunststoffen, aber mittlerweile mit einer ansehnlichen Optik. Fahrer und Beifahrer dürfen sich über gut ausgeformte Sitze freuen und auch die Hinterbänkler dürften in der Lage sein, auch größere Distanzen unbeschadet zu überstehen. Für das Wohlbefinden von Fahrer und Beifahrer sorgte die Sitzheizung, und an kälteren Tagen dürfte sich der Fahrzeuglenker auch über die Lenkradheizung freuen. Auch zeigt Karl wieder, dass er innere Größe besitzt, die nicht unbedingt an die äußere Größe gekoppelt ist, denn solche Features sind in dieser Fahrzeugklasse nicht unbedingt normal.

Wir erlebten die Exklusiv-Ausstattung. Die hat natürlich ihren (Auf-) Preis. Wie alle Kleinwagen startet auch der Karl knapp unter 10 000 Euro. Damit haben wir Karl erwischt. Denn an dieser Stelle mogelt er sich billig, wie alle anderen Kleinwagen auch. Niemand will die Einsteigerversion, auch beim Karl nicht. Vier von fünf Karl werden in der zweiten Ausstattungsstufe (Edition) verkauft. Und so erklimmt auch der Karl das in dieser Klasse übliche Preisniveau für die besser ausgestatteten Kleinen.

Doch auch im Vergleich gilt: Der Opel Karl ist ein aufrechter Kerl, der in jede Familie passt. Er sieht gut aus, drängt sich aber nicht auf. Wer so gestrickt ist, kommt als Karl einem Ädem nicht in die Quere, nicht einmal beim Parken: Karl steht vor der Schule, vorm Fußballplatz und vorm Baumarkt, Adam vor der Cocktail-Lounge oder vorm Golfplatz. (ampnet/nic)

Daten Opel Karl 1.0 Ecotec Exklusiv

Länge x Breite x Höhe (in m): 3,68 x 1,60 (mit Spiegeln1,88) x 1,48
Radstand (m): 2,39
Motor: R3-Benziner, 999 ccm, Sauger, Euro 6
Leistung: 55 kW / 75 PS bei 6500 U/min
Max. Drehmoment: 95 Nm bei 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 15,5 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 4,5 l auf 100 km (mit Eco-Paket 4,3 l)
CO2-Emissionen: 104 g/km (mit Eco-Paket 99 g/km)
Effizienzklasse: C
Leergewicht / Zuladung: min. 939 kg (nach EWG)/ max. 375 kg
Kofferraumvolumen: 195 – 940 Liter
Wendekreis: 9,5 m
Räder / Reifen: 6 J x 15 / 185/55 R 15
Testwagenpreis: 14 215 Euro

Opel Astra: Oberklasse ärgern

„Wir sind extrem optimistisch“, sagt Opel-Chef Karl Thomas Neumann Journalisten zu den Chancen des neuen Opel Astra im Markt. Es lägen inzwischen mehr als 30 000 Bestellungen vor, obwohl noch niemand den Wagen gesehen habe. Jetzt haben wir ihn nicht nur auf dem Messestand gesehen und rundum fotografiert, sondern auch gefahren. Ein erster Probegalopp führte uns von Wien durch die slowenischen Kleinen Karpaten nach Bratislava, also über Autobahnen und kurvenreiche Landstraßen. Das vorläufige Fazit: Der Optimismus scheint gerechtfertigt.

In Österreich und Slowenien sind Opel Astra keine Exoten, sondern weit verbreitet. Dennoch nahmen Astra-Fahrer dort wenig Notiz vom Neuen. Der neue Astra bleibt eben ein Astra, obwohl sich sein Charakter komplett geändert hat. Geblieben ist die Linie mit dem sanften Schwung über die kurze Motorhaube zur flachen Windschutzscheibe und der elegante Abgang zum runden „Steilheck“. Doch Silhouette ist eben nicht alles. Der Astra wirkt weniger mollig, eher drahtig. Über der schwarzen C-Säule scheint das Dach zu schweben, wie es uns schon beim Adam gefallen hat.

Der Astra wirkt nicht nur kompakter, er ist es auch. Die Länge nahm um 49 Millimeter ab, die Höhe um 25 Millimeter. Das geht keineswegs zu Lasten der Insassen. Die können sich über 35 Millimeter mehr Beinfreiheit hinten und 22 Millimeter mehr Kopffreiheit vorn freuen. Das Ergebnis: Dieser Kompakte wirkt innen großzügig.

Bis zu 200 Kilogramm hat Opel beim Gewicht eingespart. 70 kg bei der Rohkarosse, 50 kg beim Fahrwerk, 10 kg beim Motor, 10 kg auch beim Sitzsystem und an vielen Stellen grammweise. Das bleibt nicht ohne Folgen, wenn später an der Tankstelle die Rechnung präsentiert wird. Doch auch davor hat das Konsequenzen aufs Fahrverhalten. Gegen den Neuen wirkt der bisherige Astra fast behäbig. Der Neue erweist sich – egal, mit welchem Motor – als ein flotter Kompakter mit Hang zum straffen Auftritt. Dabei bietet ein Schalter die Wahl zwischen normalem Fahrcharakter und sportlichem. Doch ist die Spreizung nicht so groß und selbst die sportliche Einstellung überfordert die Insassen keineswegs. Der Astra erweist sich als komfortabel ohne wabbelig zu wirken. Nur bei voll beladenem Auto und kurzen Stößen meldet sich die Hinterachse vernehmlich und spürbar.

Für die Motorisierung des Fünftürers bietet Opel nur Motoren der neuesten Generation. Darunter ist auch der Dreizylinder-Turbo 1.0 Ecotec mit 77 kW / 105 PS, der entweder mit Fünf-Gang-Handschaltung oder dem automatisierten Getriebe Easytronic angeboten wird. Mit seinen 170 Newtonmetern (Nm) schon ab 1800 Umdrehungen pro Minute (U/min) bringt der so viel Spurtkraft auf (0 auf 100 km/h in 11,2 Sekunden), dass es niemanden wirklich überraschen würde, sollte dies der neue Standardmotor werden.

Das sieht Opel allerdings anders. Sie billigem dem Kleinen nur 15 Prozent Anteil zu, planen für den Benziner 1.4 Ecotec Direct Injection Turbo mit 92 kW / 125 PS rund 25 Prozent Anteil am Verkauf und dessen stärkerer 110 kW /150 PS-Variante sogar 35 Prozent zu. Und dann sind da noch die drei Leistungsstufen des 1.6 CDTI-Diesels von 70 kW / 95 PS, 81 kW / 110 PS und 100 kW/136 PS, die vermutlich eher im jetzt auf der IAA in Frankfurt erstmals ausgestellten Kombi namens Astra Sports Tourer Karriere machen werden. Wir fuhren jetzt auch den starken Diesel mit seinen 320 Nm. Opel nennt ihn Flüsterdiesel. Wir waren mehr beeindruckt von seiner Durchzugskraft.

Mit den Benzinern erreicht der Astra ein Fahrgeräuschniveau, wie es seinem Anspruch gerecht wird, die Oberklasse ärgern zu wollen. Zu diesem Anspruchsdenken gehört bei Opel seit geraumer Sitz das Versprechen, die besten Sitze anzubieten. Auch beim Astra ist wieder viel von der AGR zu hören, von der Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken, die richtig geformte Sitze zertifiziert. In seiner einfachsten Form kostet ein Ergonomiesitz 390 Euro Aufpreis. In ihrer besten Form für Fahrer, Beifahrer und zwei Hinterbänkler kostet die Anlage mit Leder, elektropneumatischer Einstellung der Seitenwangen, Ventilation, Sitzheizung, Lordosenstütze und Memoryfunktion für den Fahrersitz zusammen 2300 Euro extra.

Als passend für die Oberklasse erweist sich auch das Intellilux LED Matrix-Licht für einen Aufpreis von 1150 Euro: Das kostet bei anderen das Bi-Xenonlicht, das beim Astra nun zur Serienausstattung gehört. Mit diesem „Matrix“-Licht kann der Fahrer bei Dunkelheit stets mit Fernlicht fahren, weil die Frontkamera Vorausfahrende und Entgegenkommende erkennt und Ihnen einen Streifen Abblendlicht zeigt, während das LED-Fernlicht an ihnen vorbeistrahlt.

Das Matrix-Licht kostet in allen Versionen Aufpreis, die Sitzanlage gibt es nur in den beiden bestausgestatteten Varianten. Die Reihe beginnt beim „Selection“ mit einem geplanten Anteil von fünf Prozent, gefolgt von der Ausstattung „Business“ mit 15 Prozent, „Edition“ mit 30 Prozent, „Dynamic“ mit 25 Prozent und „Innovation“ mit 25 Prozent. Jeder zweite Astra wird demnach mit Top-Ausstattung gekauft werden. Die Preise beginnen bei 17 260 Euro für den handgeschalteten Selection-Astra mit 1.4-Liter-Benziner. Sie enden bei 28 355 Euro für den Innovation-Astra mit dem starken Diesel und Sechs-Gang-Automatik. Zwischen Selection und Innovation passt Ausstattung für mehr als die 3900 Euro Preisunterschied.

In dieser Differenz stecken auch viele Fahrerassistenzsysteme, wie man sie aus höheren Klassen kennt. So hält die Elektronik den Astra mit Eingriffen in die Lenkung in der Spur. Hinter diesem und anderen Systemen steht die neue Frontkamera, die auch das Fernlicht steuert, Verkehrszeichen erkennt, vor zu dichtem Auffahren warnt und auch selbst eine Notbremsung einleitet, wenn der Fahrer nicht auf die Warnung reagiert.

Am Wochenende, 10. und 11. Oktober 2015, steht der Opel Astra beim Händler. Er ist dann der erste Opel, für den auch der persönliche Online- und Service-Assistent Opel Onstar verfügbar ist. Der holt bei einem Unfall automatisch Hilfe herbei und unterstützt bei allen möglichen Fragen – so ganz ohne elektronische Zwischenstation. Auf Knopfdruck stellt das System Kontakt zu einem richtigen Menschen her, der die gewünschten Dienstleistungen erbringen kann oder einen kennt, der das kann. Damit geht der Astra über das normale technische Maß der Konnektivität hinaus.

Der Mensch am anderen Ende der Mobilfunkverbindung könnte einem Anrufer dann auf Knopfdruck auch sagen, dass am Tag der Astra-Premiere beim Händler auch der neue Astra-Kombi Sports Tourer bestellt werden kann, der ab kommendem Frühjahr ausgeliefert werden soll. Das Marketing meint, in Deutschland werde auch in Zukunft jeder zweite Astra ein Kombi sein, und Neumann kann sich in seinem Messe-Optimismus bestätigt sehen. (ampnet/Sm)

Daten Opel Astra 1.0 Ecotec DIT Edition

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,37 x 1,81 (mit Spiegeln 2,04) x 1,49
Radstand (m): 2,66
Motor: R3-Benziner, 998 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 77 kW / 105 PS bei 5500 U/min
Max. Drehmoment: 170 Nm von 1800 – 4250 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,2Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 4,4 – 4,3 Liter
CO2-Emissionen: 102 – 99 g/km (Euro 6)
Effizienzklasse: A
Luftwiderstandsbeiwert: 0,285
Leergewicht / Zuladung: min. 1263 kg / max. 517 kg
Kofferraumvolumen: 370 – 1210 Liter
Max. Anhängelast: 1220 kg
Wendekreis: 11,1 m
Räder / Reifen: 6,5 J x 16 / 205/55 R 16
Preis: 19 710 Euro

Opel Corsa: Neue Dimension

Kleinwagen – Dieser Begriff hat Geschichte. Sie begann mit untermotorisierten, uninspirierten Blech- und Hartplastik-Kästen: quadratisch, praktisch, gut. Die aktuellen Fahrzeuge dieser Klasse haben einen besseren Sammelbegriff verdient. Das wurde uns jetzt wieder einmal klar, als wir den neuen Opel Corsa kennenlernten. Der hat nichts mehr von dem Mief des letzten Jahrtausends, sondern bietet Form und Fahrverhalten, Ambiente und Antriebe einer neuen Zeit, in der klein nicht mehr mit einfach, aber auch nicht mit billig gleichgesetzt werden kann.

Der Einstiegspreis für den coupéhaft geschnittenen Dreitürer des neuen Opel Corsa mit dem 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner liegt zwar mit 11 980 Euro in der einfachsten Ausstattung („Selection“) und mit Fünf-Gang-Handschalter immer noch recht niedrig. Doch wer das Potenzial des Neuen ausschöpfen will, landet deutlich höher. Die Skala reicht bis 19 390 Euro für den Fünftürer mit dem 1.3 CDTI-Diesel von 70 kW / 95 PS und der besten Ausstattung („Innovation“).

Die Wahrheit liegt auch hier in der Mitte, bei der mit 50 Prozent Anteil beliebtesten Ausstattung „Edition“ und bei einem Motor, vor dem wir uns nach den ersten Erfahrungen rund um Frankfurt verneigen. Vermutlich wird der Lorberkranz für den besten Drei-Zylinder-Benziner jetzt weitergereicht werden müssen. Denn Opel hat mit seinem Exemplar, das in den beiden Leistungsstufen 66 kW / 90 PS und 85 kW / 115 PS angeboten wird, einen deutlichen Schritt nach vorn geschafft.

Der komplett neu entwickelte 1.0 Ecotec Direct Injection Turbo glänzt mit einem sehr ruhigen Lauf (Ausgleichswelle), spontanem Antritt, erstaunlich geringer Geräuschentwicklung und einem recht früh zur Verfügung stehendem Drehmoment von 170 Newtonmetern (Nm). Im Zusammenspiel mit dem ebenfalls neuen Sechs-Gang-Handschalter wird der leer rund 1200 kg schwere Corsa zu einem fixen Autochen, das zu bewegen, Spaß bringt. Er zieht gut durch, wird dabei auch bei hohen Drehzahlen nicht laut und lässt sich auf rund 1000 Umdrehungen pro Miunte (U/min) runterbummeln, also schaltfaul bewegen.

Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft er in 10,3 Sekunden, in der schwächeren Version in 11,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h bzw. 180 km/h. Beim Drehmoment liegen beide gleichauf. Beim durchschnittlichen Normverbrauch liegt der schwächere mit 3,9 Litern (entsprechend 106 Gramm Kohlendioxidemission pro km) um 0,4 Liter pro 100 km besser (117 g/km).

Der Adam und der Adam Rocks dürfen sich ja auch schon von diesem Motor bewegen lassen. Andere werden folgen, zum Beispiel der kleinste Opel namens Karl, der für 2015 angekündigt ist. Außerdem plant Opel 17 neue Motoren bis 2018. Spätestens dann dürfte auch der jetzt überarbeite 1,4-Liter-Turbo mit 74 kW / 100 PS und 200 Nm Geschichte sein, der sich trotz des höheren Drehmoment nicht positiv vom Dreizylinder absetzen kann und bei hohen Drehzahlen laut wird.

Die beiden ebenfalls überarbeiteten 1.3-Liter-CDTI-Diesel mit entweder 55 kW / 75 PS oder 70 kW / 95 PS haben wir bei dieser Gelegenheit nicht ausprobiert. Sie liegen im Normverbrauch mehr als einen Liter besser als die Benziner. Aber bei einem Fahrzeug dieser Kategorie stellt sich immer die Frage, ob sich der Mehrpreis für den Diesel lohnt.

Die Entscheidung zwischen Diesel und Benziner hat eine starke emotionale Komponente, fast so stark, wie beim Design. Der Corsa hält sich an die gewohnte Silhouette mit einer flachen Windschutzscheibe, kleinen Dreieckfenstern hinter der A-Säule und einem abfallendem Coupé-Heck mit entsprechender Fenstergraphik beim sportlicher wirkenden Dreitürer und einem geraden Dachverlauf, der auch hinten große Fensterflächen und ausreihend große Türen zulässt. Das neue Gesicht wird geprägt durch die übergreifende Motorhaube, den trapezförmigen Grill mit breiter Chromspange und die flachen, breiten Scheinwerfer mit dem typischen Winkel des LED-Tagfahrlichts. Die Seite zeigt die ebenfalls typische, von vorn nach hinten im Bogen abschwingende Sicke und eine Charakterlinie unterhalb der Fenster, beide deutlich schärfer als beim Opel Insignia, bei dem man den Bogen zum ersten Mal sah. Die breiten Schultern und die zweiteiligen, in die Heckklappe hineinreichenden Rückleuchten bringen Breite und einen satten Stand auf der Straße.

Überraschender als das Äußere fällt der Innenraum aus, von dem der Designer Kurt Beyer bei der Pressevorstellung in Hoechst sagte: „Das Interieur wird das beste seiner Klasse sein.“ Der erste Eindruck: viel Raum, sportlich wirkendes Gestühl, sanfte Rundungen, zweifarbige Verkleidungen, weiche Materialien und gute Graphik. Aufgeräumt haben die bei Opel mit dem Vorwurf, ihre Armaturentafeln enthielte zu viele Knöpfe. Jetzt ist alles übersichtlich, auch dank der Möglichkeit, vieles über den Sieben-Zoll-Touchscreen zu steuern. Von hier aus lassen sich auch die iOS- oder Android-Smartphones über das Opel-System „Intellink“-System einbinden.

Wer sich für die Ausstattung „Color Edition“ entscheidet, holt sich die Außenfarbe ins Innere in Form eines die Breite unterstreichenden Zierteils (Blade) in Wagenfarbe und passender Polster. Das schafft eine frische, junge Umgebung und hebt diesen Corsa von dem edler wirkenden, am besten zweifarbigen Ambiente der anderen Versionen ab.

Wer so heftig darum gekämpft hat, seinem Kleinwagen die Nähe zum alten Kleinwagen per Design und Materialien auszutreiben, der bietet die Komfort- und Sicherheitssysteme der Großen. Für den Corsa sind das nicht nur die Apps wie die Bringgo-App für die Navigation, sondern auch die Frontkamera mit den Funktionen Verkehrsschilderkennung, Spurhalte- und Fernlichtassistent, Abstandsanzeige und Frontkollisionswarner mit roten LED, die in die Windschutzscheibe gespiegelt werden, wenn’s zu eng wird, die Überwachung des toten Winkels und der Parkassistent, der sowohl längs als auch quer autonom einparken kann.

Und wie benimmt sich nun die fünfte Generation des schon seit 32 Jahren gebauten Modells Opel Corsa auf der Straße? Er fährt gut geradeaus. Seine sehr leichtgängige elektromechanische Lenkung sorgt für spontanes Einlenken, arbeitet präzise und gibt ausreichend Rückmeldung. Das Untersteuern hat man dem Fronttriebler fast abgewöhnt. Die Federung arbeitet eher auf der komfortablen Seite, auch wenn man sich eine bessere Reaktion auf kurze Stöße vorstellen kann. Bei einem wahrscheinlichen Anteil von 25 Prozent am Absatz wird der Opel Corsa das große Opel-Comeback auf ein neues Niveau heben können als die kleine, aber feine, souveräne, sportlich oder elegant wirkende Limousine, die so ganz andere Assoziationen auslöst als der muffige Begriff „Kleinwagen“. (ampnet/Sm)

Daten Opel 1.0 Ecotec Fünftürer Turbo
Ausstattung Edition mit Sechs-Gang-Getriebe

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,02 x 1,94 x 1,48
Radstand (m): 2,51
Motor: R3-Benziner, 998 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 85 kW / 115 PS von 5000 – 6000 U/min
Max. Drehmoment: 170 Nm von 1800 – 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,3 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 5,0-4,9 Liter
CO2-Emissionen: 115 – 114 g/km (Euro 6)
Effizienzklasse: C
Leergewicht / Zuladung: min. 1199 kg / max. 466 kg
Kofferraumvolumen: 285 Liter, erweiterbar bis 1120 Liter
Max. Anhängelast. gebremst: 1200 kg
Wendekreis: 10,6 m
Basispreis: 16 740 Euro

Fahrbericht Opel Corsa 1.3 CDTI Ecoflex „Innovation“: Viel Spaß

Einst verursachte ein Opel Corsa ohne Marken- und „Dienstgrad“-Abzeichen auf einem Tieflader vor der Wache Sandkamp des VW-Werks einen Auflauf von Mitarbeitern und Besuchern. Man war sich einig: Bei diesem flotten Kleinen mit mutigem Design könne es sich nur um den Prototyp des neuen Kleinwagens aus WOB handeln. Nun, der neue Polo fiel konventioneller aus, und der Corsa wandte sich an eine andere, jüngere Zielgruppe.

Inzwischen wirkt das Design auch des aktuellen Corsa nicht mehr ganz so revolutionär. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Kleinwagen heutzutage mutiger gestaltet werden. Deswegen sticht der Opel Cprsa 1.3 CDTI Ecoflex, den wir jetzt fuhren, nicht mehr so sehr aus der Masse heraus wie damals. Aber immernoch versucht er mit Erfolg, Sportlichkeit und Dynamik auch in die Form eines Kleinwagens zu übertragen. Mit bulliger, spitz zulaufender Front, mit mandelförmigen Scheinwerfern, die in die Seite hineinragen, mit der bei unserem Zweitürer nach Art der Coupé flach abfallenden Dachlinie und deutlich ausgestellten Rädern steht er satt auf seinen 16-Zoll-Rädern.

An der Vier-Meter-Grenze fehlt dem Corsa man gerade ein Zentimeter. Er ist also auch gewachsen, was natürlich den Insassen zugute kommt. So überrascht er mit guter Beinfreiheit hinten, wenn man die Rücksitzbank erklommen hat, was einem durch ein Easy-Entry-System und große Türen erleichtert wird. Dabei sind die großen Türen in engen Parksituationen nicht von Vorteil. Sie schwingen eben weit aus. Park-Profis meiden deswegen gern die Nachbarschaft von Zweitürern, besonders dann, wenn hinten ein Kindersitz montiert ist.

Hat man den Platz, gelangt man bequem auf die beiden Vordersitze, die nicht nur bequem ausfallen, sondern auch den guten Seitenhalt bieten, den ihre sportliche Optik verspricht. Wir fühlten uns wohl in diesem Innenraum. Uns gefiel die zweifarbige Gestaltung mit kräftigem Terracotta-Rot, mit dem die Armaturentafel überspannt wird und das sich auch sonst im Innnenraum wiederfindet. Einen edlen Akzent setzt die Mittelkonsole mit Navi-, Radio-und Klimaregelung in Klavierlack. Die Instrumente im Blickfeld des Fahrers fallen schlicht aus, sind gut ablesbar; das griffige Leder-Multifunktionslenkrad lässt sich ausreichend weit verstellen, und die Fünf-Gang-Schaltung liegt griffgünstig; die Gänge lassen sich mühelos einlegen.

Die strahlenden Sonnentage dieses Sommers brachten aber auch einen Nachteil der Gestaltung an den Tag. In der nach Art der Vans flach stehenden Windschatzscheibe spiegelt sich gern die komplette Armaturentafel. Das allerdings konnte uns den Spaß an den handlichen Kleinen nicht verderben. Mit seiner direkten und präzis arbeitenden Lenkung passt er gut in den Stadtverkehr. Seine straffe Federung erträgt man aber auch bei Langstrecken, ohne sich gestört zu fühlen.

Der 1,3-Liter-Vierzylinder-Diesel wird mit dem Leergewicht von 1130 Kilogramm gut fertig, selbst, wenn man den Corsa mit 425 Kilogramm voll ausgeladen hat. Nur mit Fahrer beschleunigt er in 12,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 170 km/h. Mehr kann man von einem Diesel mit 66 kW / 90 PS wohl nicht erwarten. Dafür bekommt man den Vorteil des geringen Verbrauchs. Mit einem Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von 4,9 Litern wird der in den Papieren genannt, was 129 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht. In der Praxis bleibt immerhin die fünf vor dem Komma die Regel.

Leider erreicht der Corsa nicht die Klasse wie zum Beispiel der Opel Astra. Der ist sehr viel leiser. Beim Corsa drängt sich der Diesel deutlich in den Vordergrund, und das mit einem Dieselgeräusch der uneleganten Art. Außerdem mag es der Motor, wenn man ihm beim Anfahren mit einem kurzen Gasstoß vorm Einkuppeln über seine Anfahrschwäche hinweghilft.

Hinter der spitz zulaufenden Heckklappe verbirgt sich ein Kofferraum von 285 Litern, der sich bis auf 1100 Liter erweitern lässt. Mit seinem ebenen Ladeboden in Höhe der Stoßfängeroberseite lässt er sich leicht beladen, zeigt sein wares Volumen aber erst, wenn man den „Keller“ unter dem Ladeboden mitnutzt.

Für den Corsa bietet Opel eine Reihe von Modellvarianten, für den Zweitürer ebenso wie für den Viertürer, dessen Dach gerader nach hinten verläuft und so den Hinterbänklern mehr Kopffreiheit gibt. Daneben kommen mit dem aktuellen Corsa auch eine Menge an Möglichkeiten für die Individualisierung dazu, die jedem seinen ganz persönlichen Corsa bis hin zu wilden Optik-Sportler Corsa Color Race ermöglichen. Unser Exemplar kam in klassischem Weiß eher konventionell daher. Die Individualisierung fand innen statt, mit dem bemerkenswert roten Innneraum. (ampnet/Sm)

Daten Opel Corsa 1.3 CDTI (Zwei-/Dreitürer) Innovation

Länge x Breite x Höhe (m): 3,99 x 1,74 x 1,49
Motor: Vierzylinder–Diesel, 1248 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 66 kW / 90 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 200 Nm zwischen 1500 und 2500 U/min
Leergewicht/Zuladung: 1130 kg / 425 kg
Gepäckraum: 285 bis 1100 l
Wendekreis: 10,2 m
Verbrauch (nach EU-Norm): Durchschnitt 4,9 Liter
Emissionen: 129 g/km, Euro 4
Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 12,7 s
Räder / Reifen: 6J x 16; 195/55 R 16
Basispreis: 14 990 Euro